Anfang diesen Jahres bin ich im Internet über Ginger Bugs gestolpert. Ein Ginger Bug ist eine Kultur – eine Starterflüssigkeit – die bspw. zur Herstellung von Ginger Ale genutzt werden kann. Ähnlich, wie ein Sauerteig, muss auch diese Kultur gefüttert werden, damit sie aktiv bleibt.

Folgende Zutaten werden zur Herstellung benötigt:

  • 2 EL Bio Ingwer (frisch, gerieben, mit Schale)
  • 2 EL Bio Rohzucker
  • 800 ml lauwarmes, gefiltertes Leitungswasser

Als erstes ein sauberes Glas mit dem Wasser befüllen – es sollten immer noch einige Zentimeter Platz zum Rand bleiben. Dann 2 Esslöffel Rohrzucker in das Glas geben und nicht verrühren. Dann frischen Ingwer unter warm Wasser sauber bürsten und 2 Esslöffel davon reiben und ebenfalls in das Glas geben. Ihr solltet ein Schraubglas verwenden und den Deckel nur locker darauflegen, oder ein Glas nehmen, das ihr gut mit einem Geschirrtuch und Gummiring abdecken könnt.

Das Gemisch lasst ihr 2 Tage lang stehen. Nach den 2 Tagen gebt ihr täglich einen Teelöffel frisch geriebenen Ingwer und einen Teelöffel Rohrzucker hinein und verrührt den Zucker ordentlich, aber langsam. Am 5. Tag sollte der Ginger Bug fertig sein, sodass er ab dem 6. Tag verwendet werden kann. Bei der Fermentation entsteht Kohlensäure – es sollte frisch-ingwerig riechen und kleine Bläschen bilden. Täglich 1 TL Zucker und 1 TL firsch geriebenen Ingwer dazu geben und optimalerweise bei einer Raumtemperatur von ca. 21 Grad.

Irgendwann ist zu viel Ingwer im Glas und wenn der Tag kommt, nehmt ihr die obere Schicht Ingwer mit Holz- oder Kunststoff-Werkzeugen heraus und legt sie auf einem Teller, oder einer Schüssel ab. Dann kommen die unteren Schichten raus und die oberen wieder rein. Das helle fast weisse Zeug am Glasboden sollte unbedingt drin bleiben. Hierbei bitte keine Metallwerkzeuge verwenden, weil sie die Fermentation stören.

Um ein Ginger Ale anzusetzen braucht ihr folgendes:

  • 100 ml Ginger-Bug
  • 800 ml lauwarmes, gefiltertes Wasser
  • 2 EL Rohzucker
  • 30 g frisch geriebenen Ingwer mit Schale
  • 1 Limettenscheibe (optional)

Nehmt ein sauberes Bügelglas, gebt das Wasser, Zucker und den Ingwer hinein und verrührt es gut. Und wenn ihr Ginger Ale ein bisschen herb mögt, könnt ihr noch eine Limettenscheibe mit reingeben. Diese sollte ebenfalls mit Schale rein, daher empfehle ich Bio-Qualität. Ausserdem empfehle ich, die Limette vorher mit einem Wasser-Natron-Gemisch zu reinigen. Natron entfernt Pestizidrückstände von der Schale. Beim Ingwer ist das nicht empfehlenswert. Einerseits verwenden wir ja die Ingwerwurzel und andererseits würden Natronreste auf der Schale die Fermentation stören, daher bitte nur die Limette mit Natron reinigen. Nach 2-3 Tagen sollte es fertig sein und wenn ihr ein Bügelglas verwendet, lasst ab und zu den Druck ab :-)

Ich hoffe, ihr habt Spaß damit :-) Mir bereitet sowas viel Freude und im Gegensatz zu Wasserkefir, ist selbst gemachtes Ginger Ale etwas, das ich auch in den kälteren Jahreszeiten gern trinke. Vermutlich, weil Ingwer so wärmend wirkt :-) Ingwer ist an sich ja schon gesund, aber durch die Fermentation wird die Bioverfügbarkeit der Gingerole erhöht und es ist probiotisch – also gut für die Darmgesundheit.

Viel Spass beim Ausprobieren :-)