
Wir haben die neuen Skateelemente an der Kiezspinne in Berlin Lichtenberg eingeweiht. Es gibt ein bisschen Vorgeschichte, die ich kurz umreißen möchte.
Es gab einen kleinen Skatepark in Lichtenberg nahe der S-Bahnstation Nöldnerplatz namens Nölle. Ein kleiner Park mit 6 obstacles – der Park war nicht wirklich in gutem Zustand, aber er war da und es gibt eine wirklich tolle community. Anfang der Coronakrise fing ich wieder an, zu skaten und ging auch dorthin. Die Stimmung dort war immer toll – ich bin oft lächelnd nach einer session dort nach Hause gefahren. Der Park wurde eines Tages vorübergehend geschlossen, denn er liegt direkt neben einer Eisenbahnbrücke, die derzeit von DB saniert wird und die Fläche des Parks wird dafür benötigt. Auch der Bolzplatz und die Tischtennisplatten, die hinter dem Nölle lagen, sind davon betroffen. Im Unterschied zum Skatepark gab es Ersatz für den Bolzplatz und auch wurden neue Tischtennisplatten aufgestellt. Der Skatepark fiel dabei runter und plötzlich war für uns von der community dieser Ort der Zusammenkunft weg. Jetzt könnte man natürlich sagen, dass wir ja woanders hin könnten, aber so einfach ist das nicht.
Dann gab es die Idee, bei der Skatefläche an der Kiezspinne weitere Skateelemente aufzustellen, um eine Ausweichmöglichkeit auch für uns zu schaffen, was sich aber als schwierig herausstellte. Die Situation dort ist eine völlig andere. Dort ist zwar Fläche, aber Flächen im öffentlichen Raum sind nicht alle gleichwertig bzw. gleichen Typs. Außerdem ist die Skatefläche dort kein ausgeschriebener Skatepark. Das ist eine Multifunktionsfläche, auf der auch Skateelemente stehen. Die Situation dort ist aus verschiedenen Gründen wesentlich komplexer und es gab so einige Treffen mit Filiz Keküllüoğlu, der Bezirkstadträtin von Berlin Lichtenberg und Mitarbeitenden vom Straßen- und Grünflächenamt und uns – ein paar aus der Skatecommunity. Es gab viel zu berücksichtigen – wie Lärmschutz aufgrund der Wohnhäuser in der Nähe und auch Sicherheitsabstände, denn es gibt einen Weg, der die Fläche kreuzt und der viel von Radfahrenden genutzt. An ein paar bestehenden Rampen mussten Reparaturen vorgenommen werden, was auch unglaublich viel Geld kostet und als wir uns zuletzt trafen, um zu besprechen, was wir uns wünschen und wie viel davon umsetzbar ist, kamen wir zu dem Schluss, dass Granitbänke, wie sie auch am spot Bänke sind, das beste wären. 2-3 Stück waren angedacht. Es wurden keine Granitbänke, aber es wurden 2 Beton-curbs mit einer Metallkante.
Am Donnerstag den 2024.12.05 haben wir uns dort getroffen, um die neuen Elemente einzuweihen. Mit dabei waren die Bezirksstadträtin, die Mitarbeitenden vom Strassen- und Grünflächenamt, Verordnete von der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg und ein paar aus der Skatecommunity. Es war nass und kalt, daher konnte nur sehr wenig geskatet werden, aber die Zusammenkunft war sehr schön. Die Zusammenarbeit hat großen Spaß gemacht. Filiz hat eine Ansprache gehalten, in der sie sagte, wie wichtig sie es findet, dass gerade junge Menschen ihren Platz im öffentlichen Raum haben und sichtbar sind und das fand ich wirklich schön. Überhaupt empfand ich die Zusammenarbeit und den Austausch immer sehr angenehm und konstruktiv.
Und auch wenn diese beiden Betonblöcke nicht nach viel aussehen mögen, stehen sie für so vieles. Ihre Umsetzung musste auf vielen Tischen bearbeitet werden. Die Komplexität konnten wir durch die Erzählungen bei der Einweihung und den Besprechungen über die Zeit hinweg ein wenig verstehen. Das Geld für die Elemente – ca. 13.500 EUR – wurden aus dem Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm bezogen. Und natürlich sind diese Elemente eine enorme Aufwertung für die kleine Skatefläche. Diese war bisher eher sehr unattraktiv, nun bietet sie jedoch viel mehr Möglichkeiten und ist damit wesentlich einladender geworden. In Berlin gibt es viele Skatende – Ausweichmöglichkeiten sind immer gut, um die Parks zu entlasten und in Lichtenberg gibt es nicht so viele Angebote. Alles in allem ein gutes und gelungenes Projekt, um das ich sehr dankbar bin.
Und vielleicht wird nächstes Jahr langsam auch der Nölle wieder aufgebaut, aber das hängt von der Bahn ab.